Den Sommer genießen – auch wenn es regnet

See mit trockenem Ufer und graue Wolken

Habt ihr auch das Gefühl, dieser Sommer war zu kurz? Zumindest hier in Bayern hat es doch sehr viel geregnet. Der Starnberger See kühlte wieder ab und es gab wenig Gelegenheit, abends draußen zusammenzusitzen. Selbst Ausflüge, zu Fuß oder per Rad waren oft schwierig, wenn ausgerechnet der freie Tag wieder verregnet war. Irgendwann half auch die richtige Kleidung nicht, die Stimmung zu heben. Aber dann kam der Sommer kurz zurück. Und wie! So wie auch schon im Juni war es sehr heiß. Und schwups, die Menschen stöhnten über die Hitze.

Komisch eigentlich. Wenn ich es mir überlege, bin ich schon ein Kind aus dieser Gegend, im südlichen Deutschland. Hier gab es immer vier Jahreszeiten und das war gut so. Der Organismus samt der Psyche konnte sich immer schön gemütlich auf die nächste Jahreszeit einstellen. Jetzt haben wir selbst im Dezember manchmal so heiße Tage wie sonst nur im April. Da stellt sich gar nichts mehr drauf ein.

Und dann kommt man beim festlichen Umtrunk im Dorf – unterm Pavillonzelt – ins Gespräch. „So ein Scheißwetter!“, sagt der Mann. „Ja, das nervt. Aber blöderweise wird es wohl noch mehr in nächster Zeit. Der Klimawandel lässt grüßen, “ antworte ich gedankenverloren. Dumm von mir. Reizwort!! „Phh, Klimawandel gab´s schon immer.“ Bevor ich fachlich und sachlich argumentieren oder mich dem Herrn aufklärend zuwenden kann, mischt sich jemand mit einem Fußballthema ein. Besser so, denke ich. Und auch, dass dies wohl zur Realität gehört und das allgemeine Denken widerspiegelt. Klimawandel gab´s schon immer. Und Fußball ist das wichtigere Thema. Resigniert trinke ich aus und höre den Gesprächen zu, die dahinplätschern wie der Regen, der vom Pavillon tropft. Ach, könnte ich mir die Realität doch auch schönreden oder schöntrinken.

Wie macht ihr das? Wie geht ihr mit dem Thema Klimawandel um, das in der Politik seit der neuen Bundesregierung massiv zurückgedrängt wird?

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Nachhaltigkeitstipp

Haltung ist wichtig. Lebt vor, was Nachhaltigkeit bedeutet und klärt auf. Denn viele Menschen wissen gar nicht, wie sehr sie die Umwelt belasten. Z.B. ist vielen nicht bewusst, dass Kaugummis zum großen Teil aus Kunststoff hergestellt werden. Wirft man sie achtlos auf den Boden, härten sie aus und das Plastik wird langsam abgerieben. So verteilt sich Mikroplastik. Außerdem zahlt die Allgemeinheit in den Städten für die mühsame Reinigung. Also: Kauft alternative Kaugummis ohne Kunststoff oder werft Kaugummis in den Restmüll!

Hier sind die Infos über Kaugummis gut zusammengefasst.

Hier und hier gibt es die nächsten Demo-Termine in eurer Gegend.

Selbstgemacht und mitgedacht – Ist nähen nachhaltig?

Aus aktuellem Anlass möchte ich gerne ein bisschen vom Nähen erzählen. Im sommerlichen Ferienprogramm bietet die „Stiftung für Pöcking“ für Grundschulkinder einen Nähkurs an. Das macht uns allen großen Spaß. Denn die Kinder sind immer eifrig dabei und vor allem sehr glücklich, wenn sie am Schluss etwas in der Hand halten, das sie ganz alleine genäht haben.

Kinderschuhe aus Stoffresten und Jeans

Nähen ist neben anderen Handarbeiten wie Stricken und Häkeln wieder beliebt bei Jung und Alt. Es gibt unzählige Nähvideos im Netz zu finden und dazu Schnittmuster von kostenlos bis ziemlich teuer. Dazu kann man auch Nähkurse besuchen, bei Volkshochschulen und in Stoffgeschäften. Nähmaschinen kosten nicht mehr die Welt (sind dann auch nicht so hochwertig wie die schweren und teuren Maschinen früher) und sind einfach zu bedienen. Selbst Stoffe kann man jetzt günstig shoppen. Sogar bei Billigbaumärkten (deren Namen ich hier bewusst nicht nenne).

Ein altes Bettlaken bestempeln (mit alter Teedose und Stofffarben)

Das ist doch toll oder? Menschen, die wieder öfter etwas selbst machen, können sich beim Handarbeiten entspannen, kreativ sein und Freude haben. Das bereichert unsere Gesellschaft. Denn diese Menschen sind vermutlich ausgeglichener als viele andere. Doch oft wird für solche Hobbies genauso konsumiert wie auch sonst im Leben. Man geht eben nur nicht Kleidung shoppen, sondern Stoffe und Zubehör zum Nähen (das funktioniert ähnlich beim Stricken und Häkeln mit Wolle). Stoffe sind aber selten nachhaltig produziert. Beim Selbernähen spart man eigentlich nur die Ausbeutung der Näherinnen ein und vielleicht noch die Transportwege zwischen Stoffherstellung und Näherei. Wenn Stoffe aber besonders günstig produziert werden, können sie gar nicht nachhaltig sein. Da ist es entweder die Baumwolle, für die Unmengen Wasser benötigt wird (was dann woanders fehlt und von Spritzmitteln oder Dünger rede ich hier gar nicht). Oder es ist Kunstfaser, die aus Erdöl hergestellt wurde. Neuerdings auch mal recycelte Kunstfaser, also z.B. aus Plastikflaschen. Diese wären aber besser wieder zu Flaschen verarbeitet worden und im Kreislauf geblieben.

Ein Bademantel aus Bettlaken. Leicht und gemütlich.

Wie kann man also guten Gewissens nähen? Indem man Stoffe verwendet, die es schon gibt. Upcycling macht Spaß, weil man ganz anders an die Arbeit geht. Man darf viel kreativer sein als beim Stoffe shoppen. Alte Bettwäsche, Vorhänge, Kleidung und sogar alte Zelte und Schlafsäcke eignen sich wunderbar, um neue Kleidung und andere Textilien herzustellen. Ich habe eine Weile gebraucht, um mein Handeln zu ändern und mache das nun schon einige Jahre so. Ab und zu erlaube ich mir, einen bestimmten Stoff zu kaufen, den ich neu benötige, weil ich ihn nicht gebraucht finde (spezielle Funktionsstoffe). Aber viel mehr Freude macht es mir, das zu vernähen, was es schon gibt.

Genähtes Spielbuch aus Alttextilien

Linktipps

Textilindustrie und Kreislaufwirtschaft

Der Einfluss der Kleidung auf die Umwelt

Kinderbuch als Download „Wo kommt unsere Kleidung her?“

Nähkurse für Kinder gibt es über die Stiftung für Pöcking. Sie finden im Q-Stall, dem Jugendtreff in Pöcking, statt.

Wer schon erwachsen ist und nähen lernen will, kann mich übrigens gerne anschreiben. Ich komme auch zu euch, wenn ihr als kleine Gruppe zusammen etwas nähen möchtet.

Bloß keinen Stress… oder Gelassenheit macht glücklich

Es ist wieder so ein Tag: Schlecht geschlafen, verknittert aufgewacht und beim Aufstehen bereits leichte Kopfschmerzen. Hilft ja nichts. Frisch ans Werk.

Morgens müssen noch einige E-Mails versendet werden und zwei Rezensionen warten darauf, im Blog zu erscheinen. Ausgerüstet mit Tee und Wollsocken (es ist ziemlich kühl in meiner Wohnung) sitze ich konzentriert am Schreibtisch. Aber die Mails gehen nicht raus. Kein Netz. Das Modem blinkt panisch rot. OK. Mal wieder eine Vodafone-Störung. Ich starte das Gerät neu und tippe inzwischen meine Texte. Geht doch. Einfach nicht aufregen. Hilft ja nichts.

Als nach einer halben Stunde immer noch nichts geht, rufe ich die Störungsstelle per Handy an. Der freundliche Mitarbeiter mit mäßigen Deutschkenntnissen hat eine schlechte Verbindung oder sein Headset ist kaputt. Immerhin ist die Störung bereits bekannt und wird heute noch repariert. Supi!

Mein Handy hat noch viel Datenvolumen übrig, also gibt es einen Hotspot für den PC. Die Mails kann ich verschicken und der Rest muss warten. Ich habe nämlich heute endlich mal wieder einen Termin bei der Handtherapie. Dort bekomme ich Hilfe, um die Beweglichkeit meiner Finger zu erhalten (aber das ist eine andere Geschichte). Ich mache mich auf den Weg. Da um diese Zeit kein Bus fährt, gehe ich zu Fuß zum Bahnhof, 20 Minuten bergab. Bewegung ist ja gut.

Die S-Bahn kommt sogar fast pünktlich, also mit nur sieben Minuten Verspätung. Aber ich habe natürlich schon einen Puffer eingeplant. Zweite Station raus und nochmal laufen. Die Handtherapeutin begrüßt mich freundlich und schaut irgendwie verunsichert. Ich reiche ihr stolz mein neues Rezept (es war gar nicht so einfach, da ranzukommen).

„Haben Sie heute einen Termin?“, fragt sie mich.

„Äh, ja, jetzt“, antworte ich, nun auch etwas verunsichert.

Es stellt sich heraus, dass mein Termin nicht im Kalender eingetragen und anderweitig vergeben wurde. Die Therapeutin ist allein und kann sich nicht klonen. Ein Grund, sich mächtig aufzuregen. Schließlich habe ich durch deren Schlamperei einen halben Arbeitstag verloren. Jawohl!

Aber ich atme tief durch, lächle und beruhige die Therapeutin. Nur meinen nächsten Termin lasse ich mir lieber bestätigen, bevor ich gehe. Wow, wieviel Energie ich gerade eingespart habe. Gemütlich schlendere ich zur S-Bahn und bin schon eine knappe Stunde später zuhause. Das Internet funktioniert wieder. Na also! Ich hatte reichlich Bewegung und frische Luft. Das ist doch was sehr Positives. Darauf konzentriere ich mich, statt mich zu ärgern.

Gelassenheit kann man üben: Tief durchatmen, den Humormodus einschalten und dran denken, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist. Denn es gibt fast immer einen Ausweg. Es lohnt sich!

Hier noch ein paar Buchtipps:

Nichts wird von alleine gut (Hoffnung neu gedacht)

Papier Zen (falten und zeichnen zur Entspannung)

Zum Glück zu Fuß (beim Wandern kann Zufriedenheit einkehren)

Radreise durch vier Länder oder „Ist das Urlaub?“

Wie bereits vor langer Zeit angekündigt, möchte ich hier unter anderem von meinen Reisen mit dem Fahrrad erzählen. Seit etwa zehn Jahren radle ich mindestens einmal im Jahr ein paar Tage oder Wochen durch Deutschland oder etwas weiter weg. Ich nutze dafür mein Herkules-Trekking-Bike und übernachte überwiegend mit einem kleinen Zelt auf Campingplätzen. Bisher habe ich mir meist Flussradwege ausgesucht. Denn da gibt es wenig Steigung und viele Campingplätze. So bin ich z.B. an der Donau, Altmühl, Weser und Inn geradelt.

Im Mai 2023 habe ich mich zum ersten Mal an eine längere Radtour gewagt: den Rheinradweg von der Schweiz bis nach Holland.
Gestartet bin ich nähe Zürich und durch die Schweiz, Frankreich, Deutschland bis nach Holland geradelt. Es war ein Abenteuer, auch wenn ich stets in der „Zivilisation“ radelte. Mit dem Zelt im Gepäck erlebt man so einiges. Da gibt es Zeltplätze ohne Personal oder die in Karten gelisteten Plätze sind einfach gar nicht vorhanden. Einmal habe ich vorab einen Schäferwagen gebucht, der dann nicht frei war. Es wäre ein sehr einfacher Holzverschlag auf einem Kanuplatz gewesen. Als Ersatz durfte ich in einem wunderschönen, neuen Holzfass übernachten. Es roch nach Zitrusöl und Holz. Ich hatte einen wunderbaren Blick auf den Rhein und viel Platz.

Weil ich Anfang Mai unterwegs war, gab es noch sehr kalte Nächte (die Tage waren auch ziemlich kühl). Ich fror so sehr, dass ich über meine leichten Sommerschlafsack den Kunststoff-Regenponcho zog. So blieb die Wärme da wo sie sein sollte. Tags musste ich dann mit Wollsocken in meinen Trekking-Sandalen radeln. Ja, manchmal ist es echt peinlich, wie man sich kleidet bei so einer Tour. Aber frieren ist keine Option.

Ab und zu musste ich in Hotels übernachten oder in einer Jugendherberge. Die Preise sind für Alleinreisende übrigens immens. Einmal hatte großes Glück. Ich bekam ein Bett im Sechs-Bett-Zimmer, also eigentlich musste ich nur den Preis für ein Bett zahlen und durfte den gesamten Raum alleine nutzen. Ein anderes Mal landete ich etwas weiter Weg der Strecke in einem Familienbetrieb. Auf dem Weg dorthin lernte ich eine Frau kennen, die für Europa warb. Sie fiel mir auf, weil sie eine Flagge über den Schultern trug. Der Wirt des kleinen Hotels war sehr umständlich und bemüht. Das Zimmer altmodisch und nicht besonders komfortabel. Am Morgen wurde ich zum Tisch geleitet, wo die nette Europa-Frau saß, diesmal ohne Europaflagge. „Ich dachte mir, zwei alleinreisende Frauen haben sich sicher viel zu erzählen.“ Da hatte der Wirt vollkommen recht. Sie war Französin und so konnte ich neben meinem Englisch auch gleich mein Französisch etwas auffrischen.

Unterwegs versorge ich mich meistens selbst und gehe nur selten in ein Restaurant zum Essen. Lieber kaufe ich ein und koche mir etwas. Dafür habe ich einen Mini-Gaskocher dabei. Eine Edelstahlschüssel und eine kleine Pfanne ohne Stiel reichen als Kochgeschirr. Dazu noch eine große Tasse und Besteck.

Wie schön es ist, alleine zu reisen, verstehen meist nur Menschen, die das ausprobiert haben. Ich kann in meinem Tempo radeln. Ich kann jederzeit selbst entscheiden, wo ich hinfahre, wie lange ich fahre oder ob ich mir etwas ansehen möchte. Dafür muss ich mich nicht absprechen. Ein paar wenige Nachteile gibt es natürlich. Man kann sich nicht austauschen. Wo doch schöne Erlebnisse noch schöner werden, wenn man sie mit jemandem gemeinsam erlebt. Und man kann nicht einkaufen oder baden gehen, ohne sich Sorgen um das Rad und Gepäck zu machen. Immer muss man es irgendwo unbewacht stehen lassen. Aber daran gewöhnt man sich und sucht sich Orte, wo das funktioniert.

Das Schönste an der Reise entlang des Rheins waren einige kleine Momente wie z.B. das Frühstück in Frankreich. In einer Bäckerei direkt an einer Straße kaufte ich Croissant, Cappuccino und ein Pain èpi (ein Ährenbaguette). Das hat so unglaublich gut geschmeckt.

Die Radtour dauerte knapp drei Wochen. Ich habe viel gesehen und war stolz, es bis ans Meer geschafft zu haben. In Den Haag konnte ich dann sogar noch die Rushhour mit dem Fahrrad erleben. Da preschen unwahrscheinlich viele Räder gleichzeitig durch die Stadt. Und die wenigen Autos nehmen Rücksicht. Die Stadt ist wirklich spannend und einen Besuch wert. Vor allem gibt es interessante Architektur und Kunst zu sehen.

Die vielen anderen Großstädte am Rheinradweg haben mich allerdings weniger begeistert. Und weil ich mehr als die Hälfte der Tour Gegenwind hatte, war ich ständig ziemlich abgekämpft. So bleibt mir diese erste längere Fahrradtour nicht ganz so gut in Erinnerung. Aber ich habe dazugelernt: Nicht die Berge sind das anstrengendste. Gegenwind ist viel schlimmer.

Auch beim Radreisen ist der Weg das Ziel.
Also lass dir Zeit und genieße jede Minute!

Kleiner Nachhaltigkeitstipp

Hier gibt es Infos über den Rheinradweg und andere Euroveloradwege.

Und hier ein Buchtipp für Menschen, die ganz ohne Ehrgeiz per Rad unterwegs sein wollen.

Mein Leben als nachhaltige Autorin

Leben mit dem Bewusstsein, Gast auf dieser Erde zu sein, ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre. Ich bin schon immer umweltbewusst und naturverbunden. Doch wirklich aktiv nachhaltig lebe ich erst seit ein paar Jahren. Es ist ein Prozess und ich nehme euch zukünftig gerne mit. Denn ständig habe ich neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich gerne teile.

Bei meinen Seminaren zur BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung), zu Upcycling und Klimawandel kann ich meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben. Ich profitiere aber auch sehr von den Stimmen meiner Teilnehmerinnen und Teilnehmer. (Näheres zu meinen Seminaren findet ihr hier.)

Selbermachen ist für mich ganz normal. Ich könnte gar nicht zufrieden leben, ohne mindestens einmal täglich zu handarbeiten, malen, basteln oder werken. Auch kochen und backen zählt dazu. Was ich so mache und warum das meist ziemlich nachhaltig ist, verrate ich euch hier.

Jedes Jahr gönne ich mir mindestens einen Urlaub. Statt zu fliegen oder mit dem Auto zu fahren, nutze ich mein Rad. Darüber schreibe ich hier, um zu zeigen, wie viel Freude das machen kann. Man kann eben auch reisen, ohne die Umwelt arg zu belasten. Und dabei braucht man kein großes Budget.

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